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Gerade im Januar beginnen viele Frauen mit einer neuen Diät. Zu Beginn läuft alles super – sowohl Gewicht als auch Körperfett werden weniger und man denkt: “Diesmal schaffe ich es”. Doch nach ein paar Wochen wird die Motivation weniger und es kommt zu ersten “Sünden”. Zuvor verbotene Lebensmittel werden in größerer Menge gegessen, ganz nach dem Motto: “Jetzt ist ja eh alles egal. Morgen bin ich wieder diszipliniert…” Doch meist schafft man es auch am nächsten Tag nicht, seine Vorsätze einzuhalten. Stattdessen isst man wieder Dinge, die man sich zuvor so lange versagt hat. Und so ist das verlorene Gewicht oder sogar mehr schnell wieder auf den Hüften und man ist traurig darüber, es wieder mal nicht geschafft zu haben.

Aber was, wenn du gar nicht Schuld daran bist? Tatsächlich ist dieser bekannte Jojo-Effekt eine ganz normale Reaktion deines Körpers. Nicht umsonst sucht er so viele Frauen nach einer Diät heim. Nicht du bist das Problem, sondern die Diät.

Was kennzeichnet eine typische Diät?

Während einer Diät steuerst du bewusst die Kalorienzufuhr – das bedeutet, dass du deinem Körper weniger Energie gibst, als er eigentlich braucht. Dein Körper muss also, um seinen Energiebedarf zu decken, an seine Fettreserven gehen – dadurch baust du Fett ab und wirst schlanker. Klingt erstmal gut. Oftmals ist das gewählte Kaloriendefizit jedoch so groß, dass du hungrig bist. Und genau hier liegt der Fehler. Sobald du hungerst, wird dein Körper alles dafür tun, dich zum Essen zu bringen.

Das Minnesota-Starvation – Experiment oder “Warum du nicht Hungern solltest!”

Zur Zeit des 2. Weltkrieges wurden Männer einem Hungerexperiment unterzogen. Man wollte erforschen, welche Auswirkungen Hungern auf den Menschen hat. Die teilnehmenden Männer aßen mehrere Wochen nur ca. die Hälfte ihres Energiebedarfs. Alle Männer verloren schnell Gewicht und auch Körperfett. Die Schattenseite: der Energieumsatz sank deutlich, die Männer froren oft und ihr Puls verlangsamte sich. Die Arbeitsleistung der Männer sank um 20 Prozent. Kurz gesagt, die Männer fühlten sich schlapp und müde. Kommt dir das bekannt vor?

Aber nicht nur die körperlichen Veränderungen sondern auch die psychischen waren offensichtlich. Die Männer hatten schlechte Laune und wurden depressiv. Sie waren müde und hatten starke Konzentrationsschwierigkeiten. Viele Männer entwickelten ein verschobenes Körperbild – sie fühlten sich dick, obwohl sie offensichtlich Gewicht verloren hatten. Es war spannend zu beobachten, dass sich auch das Essverhalten der Männer stark veränderte. Essen wurde immer mehr zum Lebensinhalt. Die Männer begannen Rezepte zu sammeln und der Essvorgang wurde unnötig in die Länge gezogen. Die Männer aßen den Teller immer leer und es wurden sogar Dinge gegessen, die die Männer vorher gar nicht mochten. Außerdem begannen die Männer mit Ersatzhandlungen wie Kaugummi kauen und vermehrtes Rauchen. All diese Verhaltensweisen kann man auch bei Diäten ab einem bestimmten Zeitpunkt beobachten.

Doch was passierte mit den Männern nach Abbruch des Experiments? Nach der Hungerphase begann zunächst die Auffüllungsphase. In dieser bekamen die Teilnehmer genau die Energie, die ihr Körper benötigt. An dieser Stelle war zu beobachten, dass sich das Essverhalten und auch der psychische Zustand der Teilnehmer nicht verbesserte. Erst als jegliche Restriktion aufgehoben wurde und alle Teilnehmer so viel essen durften, wie sie wollten, stellte sich eine Verbesserung ein.

Die Männer aßen über Wochen nach dem Experiment noch deutlich mehr als ihr Körper eigentlich benötigte. Anstelle von 3500 kcal aßen die Teilnehmer bis zu 10000 kcal täglich, um sich satt und zufrieden zu fühlen. Tatsächlich hatten die Probanden ihr Sättigungsgefühl verloren. Sie konnten riesige Mengen an Nahrung essen, ohne sich satt zu fühlen. Genau das selbe Verhalten entsteht nach einer klassischen Diät: man bekommt Heißhungeranfälle und hat das Gefühl, das Essverhalten nicht mehr kontrollieren zu können. Durch das Experiment ist jedoch ersichtlich, dass dies ein normales Kompensationsverhalten unseres Körpers ist und nichts mit mangelnder Disziplin zu tun hat. Das Gefühl, es wieder einmal nicht geschafft zu haben belastet viele Frauen nach einer gescheiterten Diät. Aber das Problem bist nicht DU! Das Problem ist die falsche Diät!

Selbstverständlich stieg bei den Männern im Experiment der Körperfettanteil durch das viele Essen wieder stark an und sie nahmen sogar über ihr Startgewicht hinaus an Gewicht zu – hallo Jojoeffekt. Erst 46 Wochen nach dem Experiment war der Körper wieder so, wie vor dem Experiment.

Was lernen wir daraus?

Diäten schaden deinem Körper! Jeden Versuch durch Hungern abzunehmen, wird dein Körper nicht zulassen. Er wird alles dafür tun, dich wieder zum Essen zu bringen und am Ende kompensiert er die Hungerphase durch eine starke Erhöhung der Kalorienzufuhr. Diese lässt sich auch durch eisernen Willen nicht verhindern – dein Körper ist am Ende stärker. Deshalb hat der Jojo-Effekt nach einer Diät auch nichts mit Disziplinlosigkeit zu tun. Es ist vielmehr ein Zeichen, dass dein Körper gut funktioniert und er dich schützen will.

Wie du es schaffen kannst langfristig Gewicht zu reduzieren, erfährst du in unserem nächsten Blog-Beitrag!

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